Sonntag, 31.05.2026, 16:00 - 18:00
Das Verständnis von Sapphos Lyrik (um 600 v.Chr.) hat sich seit ihrer Wiederentdeckung im Europa des 17. Jahrhunderts mehrmals, doch seit der letzten Jahrtausendwende radikal geändert. Stempelte man Sapphos Gedichte seit Ende des 19.Jhs. als „lesbisch“,
wurden Leben und Werk der Dichterin im 20. Jahrhundert zur feministischen Ikone. In der jüngsten Forschung besinnt man sich auf einen pragmatischen Ansatz der Lyrikbetrachtung, der zu erneuertem, lebendigem Lesen inspiriert. Mit einem Gang über die Insel
Lesbos wird Angelika Dierichs den Vortrag beginnen und atmosphärich-visuell in die Heimat Sapphos einführen. Die Lesung aus den wenigen erhaltenen Lied-Texten Sapphos wird Rosemarie Kuper mit dem zuletzt entdeckten Text-Fragment, der „Kölner Sappho“,
beginnen und mit weiteren Beispielen aus dem erotisch-ästhetisch formvollendeten Werk der „zehnten Muse“ bekannt machen.
Rosemarie Kuper und Dr. Angelika Dierichs
