Sonntag, 12.11.2023, 16:00 - 18:00
Im 10. Jahrhundert löste der rheinische Raum mit und um Köln als ein zentraler Herrschaftsraum der Ottonen den mittleren Maasraum einschließlich der Kaiserresidenz Aachen als ein wesentliches Herrschaftsgebiet der Karolinger ab.. Grund dafür waren die karolingischen Reichsteilungen. Der Raum links des Rheins gehörte nunmehr zum Zwischenreich Lotharingien, der Raum rechts des Rheins zum entstehenden deutschen Reich. Der Rhein war zur Grenze geworden. Hierbei spielte das ehemalige, offensichtlich noch gut verteidigungsfähige Römerlager, das „castrum Bonnense“, eine wichtige Rolle.
Hier nämlich schlossen 921 der westfränkische König Karl der Einfältige und der ‚`ostfränkische“ König Heinrich I. auf einem im Rhein verankerten Schiff einen Freundschaftsvertrag, den ersten internationalen Vertrag der deutschen Geschichte. Im Winter 942/943 tagte „In Bonna castello“ eine berühmte Synode von 22 Erzbischöfen und Bischöfen, von der erstmalig ein noch heute wichtiger Beratungspunkt herausgefunden werden konnte. Und als König Otto d. Gr. 955 gegen die Ungarn zu Felde zog, die das deutsche Reich plündernd und mordent heimsuchten, befahl er seinem Bruder Brun, Erbischof von Köln, als seinen Reichsverweser, im Bonner Lager Schutz zu suchen. Hier erreichte die Nachricht seines Siegs über die Ungarn auf dem Lechfeld Brun und Ottos Sohn Liudolf.
Der Vortrag schildert die genannten Ereignisse unmittelbar anhand der Quellen.
Vortrag von Dr. Manfred van Rey, langjähriger Leiter des Archivs der Stadt Bonn